Wenn im Herbst die ersten kräftigen Stürme aufziehen, werden Fenster besonders stark beansprucht. Starke Windböen, anhaltender Regen und sinkende Temperaturen können Schwachstellen sichtbar machen, die während der warmen Sommermonate unbemerkt geblieben sind.
Doch woran erkennt man, ob die eigenen Fenster ausreichend vor Wind und Schlagregen schützen? Welche Kontrollen sind vor der kalten Jahreszeit sinnvoll und wann sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden?
Wir zeigen Ihnen, worauf Hausbesitzer im Herbst achten sollten.
Warum werden Fenster bei Herbststürmen besonders beansprucht?
Fenster müssen das ganze Jahr über unterschiedlichen Witterungsbedingungen standhalten. Im Herbst treten jedoch häufig mehrere Belastungen gleichzeitig auf.
Starke Windböen erzeugen Druck- und Sogkräfte auf Fensterflügel, Rahmen und Verglasungen. Gleichzeitig kann Schlagregen gegen die Fenster gedrückt werden.
Besonders bei älteren Fenstern oder bereits vorhandenen Schäden können dadurch Probleme auftreten.
Zu den typischen Belastungen gehören:
- Starker Wind und plötzliche Windböen
- Schlagregen bei ungünstiger Windrichtung
- Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht
- Feuchtigkeit an Rahmen und Fensteranschlüssen
- Zusätzliche Beanspruchung von Beschlägen und Dichtungen
Moderne Fenster werden für unterschiedliche Anforderungen an Windlast und Schlagregendichtheit geprüft. Entscheidend ist jedoch, dass sowohl das Fenster als auch der fachgerechte Einbau zur jeweiligen Gebäudesituation passen.
1. Fensterdichtungen vor der Sturmsaison kontrollieren
Fensterdichtungen sorgen dafür, dass geschlossene Fenster möglichst luftdicht sind und bei entsprechender Konstruktion vor eindringendem Wasser schützen.
Mit zunehmendem Alter können Dichtungen jedoch an Elastizität verlieren, beschädigt werden oder sich aus ihrer vorgesehenen Position lösen.
Bei starkem Wind fallen solche Schwachstellen häufig besonders deutlich auf.
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Sichtbare Risse oder Beschädigungen
- Verformte oder teilweise herausgelöste Dichtungen
- Spürbare Zugluft bei geschlossenem Fenster
- Ungewöhnliche Pfeifgeräusche bei starkem Wind
- Feuchtigkeit an Stellen, an denen normalerweise kein Wasser auftreten sollte
Kontrollieren Sie die Dichtungen auf sichtbare Schäden. Werden Probleme festgestellt, sollte geprüft werden, ob eine Reparatur oder ein Austausch notwendig ist.
Nicht jede Zugluft entsteht allerdings durch beschädigte Dichtungen. Auch falsch eingestellte Fensterflügel oder mangelhafte Bauanschlüsse können dafür verantwortlich sein.
2. Sind die Fenster richtig eingestellt?
Wenn ein Fensterflügel nicht mehr richtig schließt, kann das bei Herbststürmen zu unangenehmen Überraschungen führen.
Bereits kleinere Veränderungen an der Einstellung können dazu führen, dass der Flügel nicht mehr gleichmäßig am Rahmen anliegt.
Typische Hinweise sind ein schwergängiger Fenstergriff, schleifende Fensterflügel oder ein ungleichmäßiger Anpressdruck.
Auch auffällige Geräusche bei starkem Wind können auf ein Problem hinweisen.
Eine fachgerechte Überprüfung der Beschläge kann helfen, solche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Wichtig: Nicht jedes Fenster sollte ohne entsprechende Kenntnisse selbst nachgestellt werden. Unsachgemäße Veränderungen können die Funktion beeinträchtigen oder Beschläge beschädigen.
3. Schlagregen: Wann kann Wasser durch Fenster eindringen?
Bei starkem Wind kann Regen nahezu waagerecht gegen die Fassade und die Fenster gedrückt werden. Diese Kombination wird als Schlagregen bezeichnet.
Fenster sind deshalb nicht nur hinsichtlich ihrer Luftdurchlässigkeit, sondern auch ihrer Schlagregendichtheit zu beurteilen.
Die Anforderungen hängen unter anderem von der Einbausituation, der Gebäudehöhe und der örtlichen Windbelastung ab.
Dringt bei starkem Regen Wasser in den Innenraum ein, kommen verschiedene Ursachen infrage:
- Beschädigte oder falsch sitzende Dichtungen
- Verstopfte oder beeinträchtigte Entwässerungsöffnungen
- Probleme mit der Einstellung des Fensterflügels
- Fehlerhafte Anschlüsse zwischen Fensterrahmen und Baukörper
- Beschädigungen an Rahmen oder angrenzenden Bauteilen
Dabei ist zu beachten, dass moderne Fenster über konstruktive Entwässerungssysteme verfügen können. Wasser in dafür vorgesehenen äußeren Rahmenbereichen ist deshalb nicht automatisch ein Mangel.
Gelangt Feuchtigkeit jedoch in den Innenraum oder in angrenzende Bauteile, sollte die Ursache fachgerecht untersucht werden.
4. Entwässerungsöffnungen von Schmutz und Laub befreien
Im Herbst sammeln sich besonders häufig Blätter, Staub und andere Verschmutzungen in der Nähe von Fenstern.
Bei manchen Fensterkonstruktionen befinden sich Entwässerungsöffnungen im unteren Rahmenbereich. Sie sorgen dafür, dass eingedrungenes Wasser kontrolliert nach außen abgeleitet werden kann.
Sind diese Öffnungen verstopft, kann die vorgesehene Entwässerung beeinträchtigt werden.
Deshalb empfiehlt es sich, zugängliche Rahmenbereiche regelmäßig auf Verschmutzungen zu kontrollieren.
Entfernen Sie sichtbaren Schmutz vorsichtig und beachten Sie dabei die Pflegehinweise des Fensterherstellers.
Verwenden Sie keine scharfen Gegenstände, um Entwässerungsöffnungen freizulegen. Dadurch könnten Dichtungen oder andere Bauteile beschädigt werden.
5. Können starke Herbststürme Fensterscheiben beschädigen?
Moderne Fensterverglasungen werden entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung ausgewählt und können je nach Ausführung unterschiedlichen Windlasten standhalten.
Trotzdem können extreme Wetterereignisse Schäden verursachen.
Eine besondere Gefahr stellen herumfliegende Gegenstände dar. Äste, lose Dachziegel oder ungesicherte Gartenmöbel können bei starkem Wind gegen die Verglasung geschleudert werden.
Vor angekündigten Herbststürmen sollten deshalb bewegliche Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und im Garten gesichert werden.
Bei bereits vorhandenen Rissen oder anderen sichtbaren Glasschäden ist eine fachgerechte Überprüfung sinnvoll.
Beschädigte Glasscheiben sollten nicht eigenständig ausgebaut oder repariert werden.
6. Was sollte man bei einer Sturmwarnung mit Fenstern machen?
Wenn der Deutsche Wetterdienst vor starken Sturmböen warnt, können einige einfache Maßnahmen helfen, mögliche Schäden zu vermeiden.
Fenster vollständig schließen
Schließen Sie alle Fenster rechtzeitig und überprüfen Sie, ob die Fenstergriffe vollständig in der vorgesehenen Schließposition stehen.
Gekippte Fenster sollten bei Sturm nicht offen bleiben.
Balkon- und Terrassentüren sichern
Auch Balkon- und Terrassentüren müssen vollständig geschlossen werden. Aufgrund ihrer häufig größeren Abmessungen können sie bei starkem Wind erheblichen Belastungen ausgesetzt sein.
Lose Gegenstände entfernen
Blumentöpfe, Gartenmöbel und andere bewegliche Gegenstände sollten gesichert oder an einem geschützten Ort untergebracht werden.
Rollläden richtig bedienen
Rollläden können zusätzlichen Schutz bieten, sofern sie für die jeweiligen Windbelastungen geeignet sind und entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden.
Ob ein Rollladen bei angekündigtem Sturm geschlossen oder geöffnet bleiben sollte, hängt von seiner Konstruktion und den Herstellervorgaben ab.
Besonders bei außenliegenden Raffstores müssen die zulässigen Windgeschwindigkeiten beachtet werden. Gegebenenfalls sollten die Anlagen rechtzeitig eingefahren werden.
7. Fenster nach einem starken Herbststurm überprüfen
Nach einem Sturm lohnt sich eine kurze Sichtkontrolle.
Überprüfen Sie insbesondere, ob die Fenster weiterhin problemlos geöffnet und geschlossen werden können.
Achten Sie außerdem auf ungewöhnliche Geräusche, sichtbare Beschädigungen und Feuchtigkeit an den Fensteranschlüssen.
Kontrollieren Sie bei sicherem Zugang auch die äußeren Rahmenbereiche und Fensterbänke.
Falls Sie beschädigte Glasscheiben, lockere Bauteile oder andere sicherheitsrelevante Schäden feststellen, sollten Sie den betroffenen Bereich nicht unnötig betreten und einen Fachbetrieb kontaktieren.
Eine Kontrolle von außen darf nur erfolgen, wenn dies gefahrlos möglich ist.
8. Wann lohnt sich eine professionelle Fensterwartung?
Nicht jedes Fenster muss vor jedem Herbst umfassend gewartet werden. Eine regelmäßige Kontrolle kann jedoch dazu beitragen, Verschleiß und Funktionsprobleme frühzeitig zu erkennen.
Besonders sinnvoll ist eine fachgerechte Überprüfung, wenn Fenster bereits mehrere Jahre in Gebrauch sind oder erste Auffälligkeiten auftreten.
Dazu gehören beispielsweise schwergängige Beschläge, beschädigte Dichtungen oder Schwierigkeiten beim Schließen.
Bei einer professionellen Wartung können unter anderem die Beschläge, Dichtungen und die Funktion der Fenster überprüft werden.
Welche Maßnahmen notwendig sind, hängt vom Zustand und von der jeweiligen Fensterkonstruktion ab.
Fazit: Gut vorbereitete Fenster für die stürmische Jahreszeit
Herbststürme stellen besondere Anforderungen an Fenster, Verglasungen und Fensteranschlüsse.
Eine rechtzeitige Sichtkontrolle hilft dabei, mögliche Schwachstellen zu erkennen, bevor starke Windböen und intensiver Regen auftreten.
Besonders wichtig sind intakte Dichtungen, funktionierende Beschläge und eine ungehinderte Entwässerung.
Wer bei seinen Fenstern bereits Zugluft, Schwierigkeiten beim Schließen oder eindringende Feuchtigkeit bemerkt, sollte die Ursache fachgerecht überprüfen lassen.
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